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Besondere Einsätze

13.11.2011 - 01:30
Verkehrsunfall Raetiabrücke

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Geschichte

Anton Hölzl, Gründer und Erster Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Meran, Kommandant 1868-1873

Karl Wolf, Volksschriftsteller Kommandant 1898-1913

Die Geschichte der Südtiroler Stadt Meran ist ungewöhnlich: angefangen von ihrem Aufstieg zur Hauptstadt des Landes Tirol, über ihren Niedergang zum bescheidenen "Kuhstadt'l" bis zur neuerlichen Bedeutung als "Kurstadt mit Weltruf" und als Tourismusmetropole. Bis heute gilt Meran als moderne, international anerkannte Kur- und Kongressstadt. Berühmt ist das große Kurhaus, der angrenzende Kurpark mit mediterraner Flora, eine historische Altstadt und zugleich romantische Luxushotels. Das alles inmitten einer herrlichen Gebirgslandschaft rund um die Stadt herum.

Genauso ungewöhnlich ist die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Meran: im Jahre 1873 führte die Stadt eine neue und endgültige Feuerlöschordnung ein. Ein Jahr später wurde der Freiwilligen Feuerwehr Meran, welche 1868 gegründet wurde, die Turnhalle im Burghof überlassen, die erste Feuerwache der Wehr. Der erste Weltkrieg unterbricht die Entwicklung der FF Meran. Am 9. Juni 1925 wird die Wehr, wie auch alle anderen Freiwilligen Feuerwehren Südtirols, durch ein Dekret der italienischen Präfektur aufgelöst und alle Löschgeräte, Uniformen und Ausrüstungen enteignet. An die Stelle der Freiwilligen Feuerwehr Meran tritt eine Gemeindefeuerwehr, die sich im Laufe der Zeit zu einer Berufsfeuerwehr entwickelt. Es herrschte aber damals eine gewisse Besorgnis, dass diese Wehr bei einem Großfeuer nicht genügen würde. Im November 1943 gab dann die oberste Verwaltungsbehörde des Landes die Weisung, die Freiwillige Feuerwehr wieder aufzubauen, welche dann bis nach dem Kriege mit der Berufsfeuerwehr zusammenarbeitete. Uniformen und Geräte, welche 1925 beschlagnahmt worden waren, konnte man nicht mehr bekommen. Die Berufsfeuerwehr Meran wurde dann endgültig 1953 aufgelöst. Seit damals versieht die Freiwillige Feuerwehr Meran den Brandschutzdienst in Meran. Einige Gemeindeangestellte wurden der Feuerwehr überstellt, um deren Arbeit zu unterstützen. Am Beginn waren es zwei Stadtpolizisten, dann wurde das Personal langsam bis zu 10 Mann aufgestockt.

Heute stehen 6 Angestellte der FF Meran zur Verfügung: ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, die Geräte zu warten. In der Regel ist werktags und an den Wochenenden von 07.00 Uhr bis 19.00 Uhr, und von 19.00 Uhr bis 07.00 Uhr 1 Mann im Dienst. Hier ist hervorzuheben, dass mindestens 3 Freiwillige jede Nacht (19.00 bis 7.00 Uhr) den Nachtdienst im Gerätehaus versehen, somit ist eine sofortige Ausfahrt immer gewährleistet. Zudem wird von den Bediensteten die Einsatzzentrale bedient. Hier wird auch der Notdienst des Gas- und Wasserwerkes sowie des Kanalisierungsdienstes alarmiert.

Heute gilt die FF Meran als einsatzstärkste Freiwillige Feuerwehr in Südtirol, wobei der Kommandant Karl Gamper gleichzeitig auch beauftragter Kommandant der Ortswehren Untermais, Obermais, Gratsch, Labers und Freiberg ist. Als Abschnittsinspektor vertritt Karl Freund zudem den Abschnitt im Bezirksfeuerwehrverband Meran.

Damit das Hilfeleistungskonzept der Stadt noch besser durchgeführt werden kann, versehen in den Sommermonaten Mai bis August jeden Sonn und Feiertag mindestens 6 Mann (4 FF Meran + 2 FF Gratsch) einen Bereitschaftsdienst im Gerätehaus. Hervorragend bewährt hat sich dabei die Unterstützung der Wehrmänner aus Gratsch, welche überhaupt sehr intensiv mit der Meraner Wehr zusammenarbeiten.

Feuerwehrtechnische und -taktische Probleme gibt es in Meran eine ganze Anzahl: Da ist der alte historische Stadtkern, eng und unzugänglich mit zahlreichen Holzbauten. Der Autoverkehr und das Parkverhalten in den schmalen Gassen bereitet zusätzlich Platzprobleme. Auch die verschiedenen Betriebe und andere große Bauobjekte wie Schulen, Krankenhaus und Altersheime können immer wieder Gefahrenquellen sein.

Die Hauptfeuerwache Meran ist zugleich auch Stützpunkt für den Bezirk Meran und technisches Zentrum für den Bereich Atemschutz (Bezirksatemschutzfüllstation) und Katastrophenschutz (Bindemittel- und Materiallager).

Im Jahre 1986 konnte nach zweieinhalbjähriger Bauzeit und bei einem Einsatz von rund 3,5 Milliarden Lire die neue und moderne Feuerwache eröffnet werden, welche die alte und nicht mehr den Erfordernissen entsprechende Halle in der Galileistraße hinter der Gemeinde ablöst.
Damit die Bevölkerung Merans auch weiterhin bei Schadensereignissen immer auf die fachliche und schnelle Hilfe der Feuerwehr rechnen kann, bedarf es vieler Stunden, welche die freiwilligen Wehrmänner bei theoretischen und praktischen Schulungen, Einsätzen, Bereitschaftsdiensten usw. opfern.

Für das Verständnis der Ehefrauen bzw. Freundinnen, sowie Familienangehörigen, sei an dieser Stelle genau so gedankt, wie den Bürgern, die unsere Wehr finanziell unterstützen, damit wir besser helfen können.

Ihre Freiwillige Feuerwehr Meran.